Bericht: Eu-Kommission bereitet Wettbewerbsklage gegen Google vor

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Schon seit fünf Jahren ermittelt die EU-Kommission unter dem Vorwurf des Wettbewerbsmissbrauchs gegen Google, und das mehr oder weniger erfolgreich. Nachdem es im vergangenen Jahr so aussah als wenn Google mit einem blauen Auge davonkommt, soll es nun laut einem Bericht des Wall Street Journal noch einmal richtig ernst werden. Die neue Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager strebt ein langwieriges Verfahren gegen das Unternehmen an und sammelt derzeit Beweisdokumente.


Aufgrund von Beschwerden vieler Unternehmen hat die EU-Kommission schon vor fünf Jahren die Ermittlungen gegen Google aufgenommen und die Vorwürfe des Wettbewerbsmissbrauchs untersucht. Dabei geht es vor allem um die Platzierung von eigenen Angeboten in den Suchergebnissen, wie etwa die Google Maps oder auch die Flugsuche. Damals hatte Google zur Milderung des Verfahrens umfangreiche Zugeständnisse eingereicht und auch umgesetzt, doch praktisch hat sich eigentlich nichts geändert.

EU-Aufspaltung
[Bild: TNW]

Nachdem nun die neue Wettbewerbskommissarin den Posten übernommen hat, möchte sie den gesamten Fall noch einmal neu aufrollen und hat die Ermittlungen intensiviert. Laut einem Bericht hat sie die beschwerdeführenden Unternehmen gebeten die Unterlagen zu veröffentlichen und so handfeste Beweise gegen Google in der Hand zu haben. Da die Konkurrenten natürlich ein großes Interesse daran haben dass Google diese Praxis aufgeben muss, dürften sie nicht lange zögern um diese Dokumente freizugeben. Die EU dürfte daraufhin dann endgültig ein Verfahren vorbereiten.

Für Google kann es dann in den nächsten Monaten und Jahren sehr ungemütlich in der EU werden. Sollte tatsächlich ein Verfahren angestrebt werden würde dies nicht nur in einem starken Eingriff der Websuche enden, man erinnere sich nur an die Browserwahl von Windows – ein Produkt der EU-Kommission -, sondern auch sehr viele negative PR für das Unternehmen bedeuten. Gerade für Google, das so stark vom Vertrauen der Nutzer lebt ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor der sich erheblich niederschlagen könnte. Konkurrenzangebote gibt es ja mittlerweile zur genüge.



Derzeit laufen auch immer noch Ermittlungen gegen Android, ebenfalls wieder unter dem Vorwurf des Machtmissbrauchs – denn auch hier hat Google mittlerweile einen sehr hohen Marktanteil erzielt. Erst Ende vergangenen Jahres hatte sich die EU-Kommission auch zu der Entscheidung durchringen können, Google in zwei Unternehmen aufzuspalten, doch damals hatte dies keine Auswirkungen da es nur eine interne Abstimmung gewesen ist. Alles zusammen kann in Zukunft sehr ungemütlich werden und in einem langwierigen Verfahren enden.

[heise]




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