ARC: Chrome-Extension ermöglicht Ausführung von Android-Apps auf allen Betriebssytemen

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Schon seit langer Zeit arbeitet Google daran die beiden Ökosysteme Android und Chrome OS miteinander zu vereinen, möchte aber keine der beiden Plattformen aufgeben bzw. beide für ihre jeweiligen Einsatzzwecke weiter anbieten. Bereits im September hat Google daher ein Tool vorgestellt, mit dem es möglich war Android-Apps auf Chrome OS auszuführen – allerdings nur sehr eingeschränkt. Jetzt wurde das Tool ARC in der Beta-Version veröffentlicht und kann beliebige Android-Apps innerhalb des Chrome-Browsers ausführen.


Seit längerer Zeit hat sich schon abgezeichnet dass Google daran arbeitet, Android-Apps auch unter Chrome OS ausführen zu lassen – doch mit dem Release von ARC geht man nun noch einen deutlichen Schritt weiter: Mit einer einfachen Chrome-Extension kann der Browser eine beliebige APK-Datei laden und die App nativ ausführen – sowohl auf Chrome OS als auch auf Windows, Linux und Mac OS X, also alle Plattformen für die der Chrome-Browser verfügbar ist.

Chrome Android

ARC steht für „App Runtime for Chrome“ und steht derzeit in der Beta-Version zur Verfügung. Die Runtime emuliert ein Android 4.4-Betriebssystem direkt im Chrome-Browser und kann dadurch nahezu alle Android-Apps ausführen. Mit der jetzt veröffentlichten Version werden die Google Play Services komplett unterstützt, wodurch die Kompatibilität im Vergleich zur vorherigen Testversion stark gestiegen ist. Die meisten Apps laufen bereits jetzt reibungslos, einige andere haben noch Probleme mit der Internetverbindung – etwa der Facebook Messenger – und natürlich auch mit den fehlenden Sensoren.

Da Android und das Smartphone allgemein ein komplett anderes Bedienkonzept haben als ein Laptop oder Chromebook ist gerade bei Spielen derzeit noch kein sinnvoller Einsatz möglich. Viele setzen auf Multitouch oder die Steuerung über die Sensoren im Smartphone – die der Laptop natürlich nicht nachbilden kann. Hier sind dann in Zukunft die App-Entwickler gefordert, ihre Spiele optional auch auf eine reine Touchbedienung oder Tastaturbedienung umzustelllen. Derzeit gibt es noch große Probleme mit der Ansteuerung der Kamera, denn dies lässt die Runtime und den Browser komplett abstürzen – aber an diesen Dingen dürfte Google in den nächsten Wochen noch arbeiten.



Mit diesem Tool, das Google sicherlich mit Hochdruck weiter entwickelt, stärkt man nun nicht nur die beiden eigenen Plattformen sondern macht es vor allem auch Entwicklern leichter: In Zukunft müssen Entwickler nur noch für Android programmieren und können sich darauf verlassen, dass die App auch auf allen anderen Betriebssystemen laufen wird. Natürlich müssen dafür viele Konzepte angepasst werden um sowohl auf einem Smartphone mit Touchscreen und Gyro-Sensoren und einem Laptop mit physischer Tastatur ausführbar zu sein. Hybrid-Syteme haben damit ebenfalls in Zukunft wieder eine Hürde weniger.

» Getting Started with ARC

[The Verge]



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