Magic Leap: Google-finanziertes Start-Up zeigt beeindruckendes Augmented Reality-Konzept

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Man kann nicht sagen dass Google mit Glass Virtual Reality erfunden bzw. etwas neues geschaffen hat, aber immerhin hat man das Thema nach langen Jahren wieder Salonfähig gemacht – und gefühlt erst seit dem bewegt sich auf dem Markt wieder etwas. Seit einiger Zeit kreist auch der Name des Start-Ups Magic Leap immer wieder durch den Raum, das zwar große Versprechen für die Zukunft hat, sich aber seit Jahren sehr geheimnisvoll gibt. Google hat bereits mehr als eine halbe Milliarde Dollar in das Start-Up investiert. Ein neues Video zeigt nun, wie die Zukunft aussehen könnte.


Wenn Google an ein Projekt eines Start-Ups glaubt, ist man gerne auch einmal bereit etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen um die Entwicklung voranzutreiben, doch im Fall von Magic Leap scheint es keine Grenzen zu geben: Obwohl das Unternehmen seit Jahren (zumindest für die Öffentlichkeit) kein fertiges Produkt vorweisen kann, hat es bereits mehr als 540 Millionen Dollar an Risikokapital von Google bekommen. Der CEO fällt stets durch große Versprechen auf, möchte aber nie ins Detail gehen worum es sich bei dem Produkt eigentlich handelt. Magic Leap möchte nicht weniger als die Welt des Computings, sei es PC, Smartphone oder Tablet, zu revolutionieren.

Magic Leap hat obiges Video online gestellt, das so 1:1 auch aus einem Hollywood-Film stammen könnte. Ob es sich dabei um den tatsächlichen Entwicklungsstand oder nur das erste Projektziel handelt ist nicht bekannt, auf jeden Fall ist dies aber die Vision des Computings wie es sich Magic Leap vorstellt. Dem Nutzer werden in seiner gewohnten Umgebung Symbole eingeblendet, die auch stets an ihrem Platz bleiben. Schiebt er also das GMail-Logo an die Seite des Schreibtisches, dann bleibt dieses auch dort – auch wenn sich der Nutzer wo anders hin bewegt. Ordnung ist also auch in dieser digitalen Zukunft wieder das halbe Leben 😉

Magic Leap

Aber das ist natürlich noch längst nicht alles: Der Nutzer kann mit den eingeblendeten Gegenständen und Apps ganz normal interagieren als wenn sie tatsächlich existieren würden. Im Beispiel wird etwas gezeigt, wie das GMail-Symbol auf App-Größe vergrößert und dann die Mails durchgescrollt werden oder auch eine Foto-Galerie sich öffnen und die Fotos anzeigen und zoomen lässt. All dies geschieht mit natürlichen Bewegungen, so dass die Oberfläche sehr intutiv gestaltet ist. Der zweite Teil des Videos, in dem der Nutzer gegen angreifende Aliens kämpft, ist dann wohl doch noch etwas zu viel Sci-Fi, zeigt aber die potenziellen Möglichkeiten dieser Technologie und wie Spiele in Zukunft aussehen könnten.

Technisch gesehen ist das ganze Video heute schon problemlos möglich, zumindest in den einzelnen Teilen. Der Knackpunkt ist hier allerdings das ständige flüssige Zusammenspiel aller Sensoren und Kameras. Es muss stets das Blickfeld des Nutzers, seine Augen für den Blickwinkel, die gesamte Umgebung und auch seine Hände getrackt und auch problemlos erkannt werden. All dies muss in Echtzeit geschehen um eine solche Interaktion überhaupt erst möglich zu machen. Ob dies tatsächlich in eine Brille, die im Alltag auch getragen werden kann, bewerkstelligen kann ist derzeit noch eines der gut gehüteten Geheimnisse von Magic Leap.



Das Video dürfte sicherlich noch zu großen Teilen in der Effekt-Abteilung als in der Entwicklungs-Abteilung entstanden sein – tatsächlich arbeitet Magic Leap für die Effekte mit einer externen Firma zusammen – aber dennoch zeigt es sehr gut wie sich Magic Leap die Zukunft vorstellt. Da Google bereits einen großen Geldbetrag in das Unternehmen gepumpt hat, und auch viele andere Investoren bereitwillig die Brieftasche geöffnet haben, muss man aber wohl schon erste Erfolge vorgewiesen haben. Man darf sehr gespannt sein – in Zukunft dürften wir noch so einiges aus dem Hause Magic Leap hören & sehen.

[heise]