Insider: Android Wear bekommt WLAN-Unterstützung, Gestensteuerung & bessere Apps

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Auch wenn das allgemein Medienecho auf die Apple Watch eher negativ ausgefallen ist, stellt Apples neuestes Schäfchen Google doch unter starken Zugzwang. Die Apple Watch hat zwar kein richtiges Killer Feature spendiert bekommen, wird sich aber wohl alleine aufgrund des an der Rückseite eingestanzten Logos wie geschnitten Brot verkaufen. Um hier mitzuhalten wird Google das eigene Betriebssystem Android Wear schon bald gründlich aufbohren und mit einigen neuen Features versehen, die durchaus als Richtungsänderung betrachtet werden können.


Zum Verkaufsstart der Apple Watch hat Android Wear bereits knapp ein Jahr auf dem Buckel und hat in den letzten Monaten schon viele Updates rund um Sensoren und die Oberflächengestaltung bekommen. Nun steht ein erstes großes Update bevor, das den smarten Armbanduhren mit dem Android-Betriebssystem ein völlig neues Konzept aufdrücken könnte. Waren die Uhren bisher nahezu vollständig vom Smartphone in der Hosentasche abhängig, könnte dies schon bald überflüssig werden.

Android Wear

Viele Smartwatches mit Android-Betriebssystem haben bereits jetzt einen WLAN-Chip integriert, der aber aufgrund der fehlenden Unterstützung durch das Betriebssystem nicht genutzt werden kann. Mit dem ersten großen Update soll dieser nun endlich aktiviert werden und die Uhren die Möglichkeit bekommen, sich selbstständig mit einem Netzwerk zu verbinden. Derzeit ist noch die Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone der einzige Kontakt zur Außenwelt. Wenn sich die Uhr dann tatsächlich auch in das heimische WLAN-Netzwerk einloggen kann, ist dies wirklich eines der ersten echten Killer-Features und könnte das Smartphone zumindest ein Stückweit ein klein wenig überflüssiger machen.

Den nächsten Schritt geht Google auch mit der Bedienung der Oberfläche. Da das Touch-Display sehr klein ist und sich darauf nicht wirklich viele Funktionen unterbringen lassen, soll nun auch das Armband mit seiner weitaus größeren Fläche genutzt werden können. Durch touchen und swipen auf dem Armband, oder einer einfachen Bewegung des Handgelenks, sollen sich schon bald ebenfalls Befehle an die Uhr senden lassen. Diese Möglichkeit bietet völlig neue Konzepte zur Bedienung und kann vor allem beim Scrolling durchaus Sinn ergeben.


Als drittes wird das nächste Update sich auch mehr auf die Apps als eigenständige Elemente fixieren. Während die installierten Apps bisher sehr gut versteckt sind und eher als Datenlieferant für Google Now herhalten sollen, soll sich dies in der nächsten Version ändern. Die Auflistung der Apps soll deutlich einfacher zu erreichen sein, bei Apple reicht dafür ein Klick auf die Krone, und auch die gesamte Funktionsweise soll autark vom eigentlichen Betriebssystem ablaufen. Durch die eigenständige WLAN-Verbindung ist auch die Verbindung der Apps mit dem Smartphone in Zukunft überflüssig und ermöglicht dadurch dann tatsächlich eigenständige Apps.

Schon vor einigen Wochen gab es auch Berichte darüber, dass sich Android Wear in Zukunft auch mit iOS verbinden lassen und Benachrichtigungen vom iPhone auf der Smartwatch anzeigen können soll. Dazu ist technisch kein Update von Android Wear nötig, lediglich die Kompagnion-App für Android muss auf das iPhone portiert werden die die Benachrichtigungen auf die Smartwatch weiterleitet. Möglicherweise handelt es sich hier aber auch nur um einen Plan B, denn wenn die Smartwatch tatsächlich eine eigenständige Internetverbindung und Apps bekommt, gibt es bis auf die Telefonie kaum noch einen Grund zur Verbindung mit dem Smartphone.



Die Informationen stammen aus der internen Roadmap des Android Wear-Teams die The Verge zugespielt worden ist und mit den bisherigen Äußerungen einiger Projektmitglieder durchaus übereinstimmt. Ob Google mit diesem großen Update noch bis zur Entwicklerkonferenz im Juni warten wird ist ungewiss, immerhin können drei Monate in dieser sehr schnelllebigen Technikwelt der Smartwatches eine kleine Ewigkeit sein.

[9to5Google]



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