Ergebnisse der FTC-Untersuchung: Google bevorzugt eigene Dienste in der Websuche

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Anfang 2013 hat die amerikanische Handelsaufsicht FTC (Federal Trade Commission) eine groß angelegte Untersuchung gegen Google begonnen, und ist dem Vorwurf nachgegangen dass das Unternehmen die eigenen Angebote in den Suchergebnissen höher rankt als die Konkurrenz-Angebote. Die Untersuchung ist schon im August vergangenen Jahres zu Ende gegangen, das Ergebnis wurde aber nicht öffentlich verkündet – bis jetzt. Das Interessante an dem Ergebnis ist, dass nahezu alle Vorwürfe belegt werden konnten – und Google dennoch straffrei davon kommt.


Zwar hat Google in den USA ein nicht ganz so starkes Monopol wie etwa in Deutschland mit einem Marktanteil von >90%, ist aber dennoch mit über 75 Prozent Anteil mit weitem Abstand die bedeutendste Suchmaschine. Daher hat man nun auch in den USA ganz genau hingesehen, welche Informationen Google ganz nach oben in die Suchergebnisse hievt und ob die eigenen Angebote dabei bevorzugt werden oder nicht. Die Untersuchung hat ganze 19 Monate gedauert und wurde mit intensiver Unterstützung von Google durchgeführt – was immer das auch heißt.

1. Google bevorzugt eigene Dienste
Tatsächlich konnte Google der Vorwurf nachgewiesen werden, dass die eigenen Dienste höher gerankt werden als die der Konkurrenz. Dazu zählen vor allem auch die offensichtlichen Höher-Platzierungen wie etwa die Ergebnisse der Flugsuche, der Google Maps oder auch der Google News. Diese sind mittlerweile ein elementarer Teil der Websuche und Google könnte die Daten von Drittservices kaum so schnell aufbereiten und abrufen. Auch Google Shopping wurde höher gerankt, wodurch alle anderen Suchergebnisse deutlich weniger Klicks bekommen haben. Der Vorwurf konnte eindeutig belegt werden, dennoch musste Google nichts an dieser Tatsache ändern.

2. Google stuft die Konkurrenz herab
Der zweite Vorwurf hängt stark mit dem ersten zusammen. Wenn Google ein eigenes Angebot hat, im Beispiel geht man wieder auf Google Shopping ein, werden alle Konkurrenz-Produkte automatisch niedriger gerankt. Alle anderen Shopping-Suchmaschinen haben es nur selten in die ersten 10 Suchergebnisse geschafft, wobei aber nicht nachgewiesen werden konnte dass dies mit einer eindeutigen Absicht geschieht. Tatsächlich wurden die Algorithmen so angepasst, dass solche Seiten niedriger gerankt werden – doch Google Shopping war von diesem Ranking eben wieder ausgenommen. Unter dem Deckmantel der Algorithmus-Änderung kann Google so praktisch beliebig Konkurrenten auf die hinteren Plätze verfrachten. Auch hier gab es keine Maßnahmen seitens der FTC.

3. Google „klaut“ Informationen
Googles Ingenieure sind wahre Meister darin, Informationen von anderen Webseiten abzuziehen und diese aufbereitet in den eigenen Angeboten zur Verfügung zu stellen. Genau so hatte man es auch mit Bewertungen für die Google Maps oder der Produktsuche gehandhabt. Dagegen haben die Daten-Lieferanten für diese Bewertungen, allen voran Yelp und amazon, geklagt und auch Recht bekommen. Google hatte nicht deutlich genug herausgestellt, dass diese Bewertungen nicht auf der eigenen Plattform abgegeben worden sind, sondern von der Konkurrenz stammen. Dieses Vorgehen musste man schon vor über einem Jahr wieder einstellen, als eine der wenigen Maßnahmen der FTC.



After an exhaustive 19-month review, covering nine million pages of documents and many hours of testimony, the FTC staff and all five FTC Commissioners agreed that there was no need to take action on how we rank and display search results.

Alle drei Untersuchungen sind positiv zu Ende gegangen, dennoch kam die FTC zu dem Ergebnis dass keine weiteren Schritte gegen das Unternehmen nötig sind – was wohl auch der „intensiven Zusammenarbeit“ liegt. Googles General Counsel Kent Walker zeigt sich in obigem Statement erfreut. Die FTC hat ihre Untersuchungen eingestellt.

[9to5Google]



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