Googles Streetview-Autos sind wieder in Deutschland unterwegs – aber zu einem anderen Zweck

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Vor mittlerweile sieben Jahren hat Google damit begonnen, hunderte Kamera-Fahrzeuge auf die Straßen vieler Großstädte in dutzenden Ländern zu stellen und ein gigantisches Datenmaterial an Fotos zu sammeln. Während die Fahrzeuge in vielen Ländern bis Heute unterwegs sind um neue Bilder zu sammeln oder das vorhandene Material zu aktualisieren, sind die Kamera-Autos schon seit einigen Jahren von den deutschen Straßen verschwunden – bis jetzt. Seit einigen Tagen sind die Kamera-Fahrzeuge wieder unterwegs, allerdings dieses mal zu einem anderen Zweck.


Als Google die StreetView-Funktion in den Maps angekündigt hat, war das die nächste Revolution der Kartierung und wurde von den Nutzern begeistert aufgenommen. Doch wenn die Fahrzeuge dann an der eigenen Haustür vorbei gefahren sind, hat für viele (Deutsche) der Spaß aufgehört. In keinem anderen Land der Welt sind so viele Häuserfronten verpixelt, und damit das Fotomaterial verstümmelt, worden wie in Deutschland. In kaum einer größeren Straße in Deutschland kann man sich einen Rundumblick verschaffen ohne eine verpixelte Häuserwand zu sehen.

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Den wahren Supergau hat Google aber mit der „WLAN-Affäre“ erlebt, bei der – ob absichtlich oder nicht konnte nicht abschließend geklärt werden – Daten von WLAN-Routern abgegriffen und gespeichert worden sind. Ursprünglich war diese Funktion nur dazu gedacht, die Bezeichnung des Routers auszulesen um die Navigation via WLAN-Signalen zu verbessern. Das hat nicht nur Googles Image ramponiert, sondern auch gleichzeitig dafür gesorgt dass die Fahrten in Deutschland komplett eingestellt wurden.

Jetzt sind einige Fahrzeuge aber wieder unterwegs, allerdings werden diese Daten nun zu einem anderen Zweck genutzt. Die geschossenen Fotos sollen nur von Algorithmen ausgewertet werden um Daten über Straßennamen, Geschäftsbezeichnungen, Hausnummern und allgemein den Straßenverläufen zu sammeln. Die rohen Fotos werden nicht in die Maps hochgeladen und sollen auch anschließend nicht gespeichert werden. Überwacht werden diese Fahrten und die gesammelten Daten vom Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar.



Als weitere Ausnahme werden bei den neuerlichen Fahrten nun auch keine WLAN-Daten mehr gesammelt, auch wenn diese weiterhin zur Positionsbestimmung sehr wertvoll sein könnten. Natürlich ist es grundsätzlich sehr schade dass Google das Kartenmaterial nicht den Maps-Nutzern zur Verfügung stellt, aber man hat schließlich gute Gründe. In einigen Jahren könnte dies allerdings zu einem großen Problem werden, wenn das Bildmaterial weiter veraltet und damit natürlich auch immer weniger Wert ist.

[futurezone]



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