YouTube Musik-Abo: Google droht Plattenfirmen mit YouTube-Ausschluss

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YouTube arbeitet schon seit langer Zeit an einem neuen Angebot für Musik-Streaming und könnte damit schon in der kommenden Woche an den Start gehen. Da die Verhandlungen mit der Musik-Industrie in den meisten Fällen länger andauern als die Entwicklung solcher Funktionen, setzt Google jetzt den Plattenfirmen die Pistole auf die Brust und droht mit einem völligen Ausschluss von YouTube.


Der neue Streaming-Dienst, der unter dem Projektnamen Music Pass entwickelt wird, soll den Nutzern für einen fixen Betrag im Monat (wahrscheinlich 9,99 Dollar/Euro) unbegrenzten Zugriff auf Musikvideos und vieles mehr bieten. So sollen Musikvideos auch im Hintergrund abgespielt, ohne Netzwerkverbindung angesehen und sogar direkt heruntergeladen werden können. Mehr Informationen zum geplanten Music Pass und erste Hinweise darauf gibt es Hier.

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Google/YouTube verhandelt nun schon seit vielen Monaten mit der Content-Industrie und konnte mit bereits mit allen großen Plattenfirmen, die zusammen mehr als 90% des Marktes dominieren, eine Einigung erzielen. Jetzt ist YouTube aber wohl der Geduldsfaden gerissen und man möchte die eigene Plattform endlich an den Start bringen, so dass man alle fehlenden Labels nun unter Druck setzt und einfach mit einem Ausschluss von YouTube bedroht.

Wer nicht kooperiert, der wird zukünftig nicht mehr auf YouTube zu finden sein und verliert damit seine wohl wichtigste Werbeplattform. Dieser Form der Erpressung sehen sich vor allem viele Indie-Labels ausgesetzt, aber auch einige größere Label sollen noch nicht an Bord sein – darunter etwa die Plattenfirmen von Adele und den Arctic Monkeys. Die Labels sollen mit den von YouTube diktierten Preisen unzufrieden sein, eine Nachverhandlung wird es nun aber wohl nicht mehr geben – vor allem weil die Großen bereits mit an Bord sind.


Doch nicht nur für die Musik-Industrie könnte dieses neue Abo ungemütlich werden, sondern auch für alle YouTube-Nutzer: Es ist derzeit noch völlig unklar, ob Musikvideos in Zukunft nur noch mit diesem Abo zu sehen sein werden oder ob diese auch weiterhin Gratis angesehen werden können. Eventuell wird es aber auch Premium-Features, wie eben der Download, nur gegen Bezahlung geben und alle anderen bleiben weiterhin kostenfrei zugänglich. Anders lässt sich dieser „Ausschluss von YouTube“ kaum erklären.

Erst im Februar diesen Jahres hat Google-CEO Larry Page eine richtungsweisende Entscheidung getroffen und die ehemalige Werbe-Chefin Susan Wojcicki als YouTube-Chefin eingesetzt. Als Grund wurde die schlechte Profitabilität von YouTube angegeben, die in Zukunft deutlich gesteigert werden soll. Ohne dieses Abo-Modell, das dann wohl Millionen von Nutzern nutzen werden, dürfte ein großer Profit-Sprung kaum möglich sein.

[futurezone]



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