Android Wear, TV & Auto: Google erlaubt keine angepasste Oberflächen

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Wenn es einen großen Nachteil von Android gibt, dann ist es die extrem hohe Fragmentierung zwischen den einzelnen Smartphones und Tablets und die schleichenden Updates der Hersteller – wenn diese ihre Geräte denn überhaupt länger als 12 Monate aktuell halten. Diese Situation möchte Google auf den neuen Plattformen unbedingt verhindern, und setzt auf extrem starke Restriktionen. Den Herstellern wird jegliche Möglichkeit genommen, die Oberfläche zu eigenen Gunsten zu verändern.


Google kämpft seit Jahren gegen die große Fragmentierung bei den mobilen Geräten, und hat dafür verschiedene Lösungsansätze gefunden: Die Update-Frequenz von Android wurde deutlich verlangsamt, immer mehr Funktionen werden aus dem OS-Kern in die von Google kontrollierten Play Services ausgelagert, Hersteller werden mit strengeren Update-Regeln belegt und mit Android Silver will man die volle Kontrolle über Marken-Smartphones behalten. Diesen Ärger möchte man sich mit Android Wear, Android TV und Android Auto nun ersparen.

Android Wear

Den Hardware-Partnern ist es bei den neuen Versionen untersagt, die Oberfläche zu verändern und an die eigenen Bedürfnisse anzupassen – so dass der Nutzer nur noch die reine Android-Oberfläche zu Gesicht bekommt und kein TouchWiz oder Sense „befürchten“ muss. Den Herstellern ist es zwar erlaubt, das Gerät zu branden – was immer das dann auch in Bezug auf die Oberfläche heißt – und eigene Apps vorzuinstallieren, aber weitere Anpassungen sind nicht gestattet um von Google zugelassen zu werden.

Google dürfte es vor allem um die Bindung an die eigenen Oberflächen gehen und die Konsistenz beim Wechsel zwischen den verschiedenen Geräten. Als Beispiel werden die neuen Smart-TVs angeführt, die unabhängig vom Modell und Hersteller die gleiche Oberfläche und die gleichen Funktionen bieten sollen. Da Google-Services bei all den neuen Plattformen im Mittelpunkt stehen, hat man natürlich kein Interesse daran, dass die eigenen Designs und Funktionen von den Herstellern überschrieben werden.

The UI is more part of the product in this case. We want to just have a very consistent user experience, so if you have one TV in one room and another TV in another room and they both say Android TV, we want them to work the same and look the same… The device manufacturers can brand it, and they might have services that they want to include with it, but otherwise it should be the same.



Android Wear Smartwatches sind stumm
Und noch eine weitere Einschränkung haben die Googler beschlossen, die uns in Zukunft sehr viel Nerven ersparen dürfte: Android Wear Smartwatches werden keine Lautsprecher haben und das Betriebssystem wird die Ton-Ausgabe auch nicht unterstützen. Benachrichtigungen bekommt der Nutzer nur über Vibrationen am Handgelenk. Wenn eine App Tonausgabe benötigt, dann kann diese nur das verbundene Smartphone dazu nutzen. Ein Piepen und Pfeifen von dutzenden Handgelenken in der überfüllten U-Bahn müssen wir also vorerst nicht befürchten – danke Google.

[9to5Google & heise]



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