ByeBye Kreativität: Google hat 20%-Zeit praktisch abgeschafft

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Die letzten 2-3 Jahre in Googles Geschichte waren geprägt von der Neuausrichtung des Unternehmens und der Fixierung auf wenige Produkte. Dutzende Angebote, darunter auch populäre wie der Google Readr, wurden eingestellt bzw. andere in den Fokus gerückt. Still und heimlich wurde auch ein weiteres Relikt praktisch abgeschafft: Die berühmte 20%-Zeit.


Google hat sich vom früheren Spielzeugladen in ein effizient arbeitendes Unternehmen gewandelt (was nicht heißen soll, dass es früher nicht effizient) war. Was kein Geld, strategische Vorteile oder Millionen von Nutzern bringt wurde gnadenlos niedergemäht und der Fokus auf einige wenige Produkte gelegt. Rückblickend kann man sagen, dass Google seine Wurzeln gekappt hat und auch intern eine völlig andere Kultur etabliert wurde.

Viele der eingestellten Produkte sind in der 20%-Zeit entstanden die jedem Entwickler im Unternehmen seit den Anfangsjahren zusteht. Doch nun fällt auch diese dem immer mehr steigendem Erfolgsdruck innerhalb des Unternehmens zum Opfer: Wie anonym bleibende Googler berichten, ist diese vom Unternehmen zugestandene Zeitspanne praktisch nicht mehr existent.

20% Zeit

In der 20%-Zeit darf ein Mitarbeiter, während der Arbeitszeit, an privaten Projekten arbeiten und darf dafür Googles Infrastruktur verwenden und wird auch vom Unternehmen dafür bezahlt. In den meisten Fällen stand daher jedem Mitarbeiter ein Tag pro Woche zu – eben 20% der gesamten Arbeitszeit. Doch im Laufe der Zeit wurden die Regeln dafür verschärft.

Um diese Zeit zu bekommen, muss sie beim Abteilungsleiter beantragt und von ihm auch genehmigt werden. Doch diese Genehmigung wird aufgrund des Erfolgsdrucks immer öfter verwehrt. Die intern gesteckten Ziele können nur dann erreicht werden, wenn jeder Mitarbeiter seine volle Aufmerksamkeit den Unternehmens-Projekten widmet. Sowohl dem Mitarbeiter als auch dem Abteilungsleiter bleibt wohl kaum eine andere Wahl.

Auch die Spielwiese auf der die daraus resultierenden Projekte veröffentlicht wurden, wurde bereits vor über 2 Jahren eingestellt. Die Google Labs. Viele Projekte wurden in bestehende Google-Produkte integriert, einige Projekte sogar zu vollwertigen Google-Produkten aufgewertet und weiter entwickelt.





Tatsächlich haben bis Heute viele wichtige Google-Produkte ihren Ursprung in der 20%-Zeit:

GMail: Das Produkt, das die meisten Nutzer dazu bewogen hat erstmals einen Google-Account zu eröffnen – ein wichtiger Meilenstein für das Unternehmen.


Google Maps: Bis Heute eines der wichtigsten und bekanntesten Google-Produkte und wichtige Grundlage für viele Angebote.


Google Talk: Bis vor kurzem Googles wichtigste Kommunikationsplattform die in vielen Produkten integriert wurde und auf jedem Android-Smartphone vorinstalliert war.


Google AdSense: Erwirtschaftet gut 25% des gesamten Google-Umsatzes und finanziert bis Heute Hunderttausende Webseiten und Blogs.


Angesichts dieser Erfolgsgeschichten schwer verständlich dass auch diese Zeit praktisch abgeschafft wurde…

[9to5Google]



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comment ommentare zur “ByeBye Kreativität: Google hat 20%-Zeit praktisch abgeschafft

  • Google wird immer größer, fetter und träger. Das Schicksal der meisten Läden, wenn sie groß geworden sind.

  • Ichh denke langsam aber sicher das sich Google ins eigene Bein versucht zu schießen.Erst die Nutzer vergraulen (Siehe vorkomnisse der Vergangen Zeit) und nun das die 20% zeit abgeschafft wird. Dann brauchen wir auch keine wirklichen Innovationen und Ideen aus den Köpfen der Entwickler erwarten. Wenn Google den Kurs weiter folgt wird das vielleicht kein Gutes Ende nehmen :'( .

  • In manchen Punkten sind sie auf dem richtigen Kurs. Weniger einzelne Baustellen und dafür besser verzahnte Produkte für die Masse die auch ersichtlich sind. Sie opfern halt ein wenig den Geek Faktor den viele von uns dort liebten, aber auf lange Sicht ist es wohl der richtige Weg.
    Wobei die 20% Projekte schon ein guter Schritt für frische Ideen waren, aber es verunsicherte auch die Menschen weil vieles dann wieder fallen gelassen werden „musste“.

  • Lest euch mal das Buch „IBM gegen Microsoft“ durch. Dieses erschien Mitte der 90ziger und zeigt die Probleme großer Unternehmen. Zuviel Bürokratie, zuviel Vorschriften, zuviel Bedenkenträger und zu wenig Interesse an Veränderungen.

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