PRISM: Google bittet Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe

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Am gestrigen Freitag haben sich Vertreter von Google, Microsoft und einigen weiteren Unternehmen in Berlin zu einem Treffen der Internetwirtschaft eingefunden und dabei natürlich auch über das aktuelle Thema PRISM gesprochen. Nun bitten die Unternehmen sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel um Unterstützung gegenüber Präsident Barack Obama.


Google & Co beteuerten gegenüber dem Wirtschaftsminister und dem Branchenverband Bitkom weiterhin, keine Informationen über den Umfang des PRISM-Programms zu haben und alle Informationen offen legen zu wollen. Allerdings stoßen sie mit dieser Forderung in Washington offenbar auf taube Ohren und bitten nun um ungewöhnliche, fast schon sensationelle, Schützenhilfe.

In der nächsten Woche besucht der US-Präsident Berlin und wird dabei auch auf die Kanzlerin treffen und das eine oder andere Gespräch mit ihr führen. Nun bitten die Unternehmen darum, dass Frau Merkel Druck auf Obama ausübt um die gesetzlichen Grundlagen zu schaffen, die Anfragen der Behörden vollends offen zu legen so dass Google seinen Transparency Report vervollständigen kann und auch andere Unternehmen über diese Anfragen Auskunft geben können.

Vertreter von Apple und Facebook haben an dem Treffen nicht teilgenommen, das Social Network hat aber immerhin eine schriftliche Stellungnahme zu diesem Fall geschickt. Google, Facebook & Co sind sehr daran interessiert, das Thema PRISM so schnell wie möglich aus der Welt zu schaffen – da dieses natürlich die kompletten Geschäftsmodelle der Internetunternehmen gefährdet, da den Nutzern immer mehr vor Augen geführt wird wie viele Daten sie den Konzernen preisgeben.

[Spiegel Online]



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comment Ein Kommentar zu “PRISM: Google bittet Bundeskanzlerin Angela Merkel um Hilfe

  • Also verstehe ich Google richtig, dass diese mit den Behörden der USA einen Vertrag haben, welcher absichert, dass diese jederzeit mit einem eigenen Programm namens „PRISM“ auf Nutzerdaten von Google zugreifen können ohne das aber Google dieses Programm sowie Art & Umfang des Vertrages kennt??!! Also nicht geprüft hat, ob überhaupt „PRISM“ die Parameter erfüllt, um grundsätzlich auf Nutzerdaten zugreifen zu können??? Sollte das der Fall sein, und es fällt mir wirklich sehr schwer das zu glauben, dann Frage ich mich doch, warum dann Google einen Vertrag gemacht hat??! Schon im Monat August des Jahres 2011 wurde bekannt, dass Google „freiwillig“ Nutzerdaten an US-Behörden weitergibt. Sogar Daten von europäischen Nutzern siehe hier:
    http://www.pcwelt.de/news/NSA-Google-gibt-Nutzerdaten-an-US-Geheimdienst-weiter-3332827.html

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