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Über einen Zeitraum von fast 20 Monaten hat die US-Wettbewerbsbehörde Google genauestens unter die Lupe genommen und dessen Geschäftsmodell beobachtet. Der Vorwurf einiger Konkurrenten, dass die eigenen Dienste in der Websuche bevorzugt werden, konnte nicht belegt werden – dennoch musste Google einige Zugeständnisse machen um dem gefürchteten Verfahren zu entgehen.


Es hatte sich bereits mitte November abgezeichnet, dass die FTC von einem Wettbewerbsverfahren gegen Google absieht, und mit den relativ geringen Zugeständnissen des Unternehmens einverstanden ist. Google muss es der Konkurrenz ab sofort erleichtern, den eigenen Content aus den diversen Angeboten zu entfernen, die AdWords-Nutzungsbedingungen anpassen und Motorolas Patente zur Lizenzierung freigeben.

Weniger Konkurrenz-Content in den eigenen Angeboten
Google hat in einigen Angeboten Content der Konkurrenz übernommen und diesen in eigenen Angeboten aufbereitet und an User ausgeliefert – wie etwa die Bewertungen von Orten in Google Maps. Webseiten wie Expedia und Yelp hatten gegen diesen Content-Klau geklagt und dessen Bewertungen sind schon seit längerer Zeit nicht mehr in den Google Maps zu sehen.

Außerdem muss Google es der Konkurrenz ab sofort vereinfachen, den eigenen Content aus Google-Angeboten entfernen zu können. Dabei bezieht man sich nicht nur auf die Entfernung von URLs in der Websuche, sondern vorallem auf Inhalte in Google+ Local oder Google Shopping. Da Google seine Quellen allerdings immer brav verlinkt, könnten einige Webseiten nach der Entfernung einen Traffic-Einbruch hinnehmen müssen.

Gelockerte AdWords-Nutzungsbedingungen
Google muss außerdem die Nutzungsbedingungen der AdWords-API dahingehend anpassen, dass die Verwaltung von Kampagnen und Werbebannern auch mit anderen Webdiensten erlaubt ist. Die entsprechende API gibt es seit Jahren, doch bisher war die Nutzung auf anderen Plattformen untersagt, innerhalb von wenigen Wochen wird Google diese Bedingungen nun anpassen.

Dadurch wird es möglich sein, direkte Preisvergleiche zu erstellen und Kosten/Nutzen-Verhältnisse von AdWords mit anderen Dienstleistern zu vergleichen.

Motorolas Standard-Patente werden lizenzierbar
Seit der Übernahme von Motorola wurde der Handy-Hersteller in einige Patentstreitigkeiten entwickelt und hat auch selbst ordentlich ausgeteilt. Motorola besitzt sehr viele Standard-Patente im Smartphone- und Tablet-Bereich, dessen Lizenzierung absichtlich behindert oder gar untersagt wurde – was mit Klagen und Beschwerden der Konkurrenz beantwortet wurde.

Ab sofort muss Motorola die Standard-Patente zu fairen Bedingungen an die Konkurrenz lizenzieren und darf diese in Verfahren auch nicht mehr vor Gericht einsetzen. Im Streitfall muss außerdem erst eine dritte unabhängige Partei hinzugezogen werden, bevor die Auseinandersetzung vor Gericht endet.


Google zeigt sich in seinem Blogpost enttäuscht über das gesamte Ermittlungsverfahren, feiert den Abschluss aber als Gewinn für das Unternehmen und die User. In Mountain View dürften nach Bekanntgabe der FTC-Ergebnisse einige Sektkorken geknallt haben, denn ein Verfahren der FTC hätte sich über viele Jahre hingezogen und hätte eine ganze Reihe von Forderungen und Kosten nach sich gezogen.

» Offener Brief von Google an die FTC
» Artikel im Google-Blog

[futurezone]



Dieses Posting wurde von Jens verfasst.
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