
Das Gezerre um die in Street View unkenntlich gemachten Häuserfassaden nimmt nun bereits physische Ausmaße an: Wie das Nachrichtenportal DerWesten berichtet, wurden am vergangenen Wochenende einige Häuser im Essener Stadtteil Bergerhausen mit rohen Eiern beworfen. Es handelt sich dabei um Gebäude, die auf Anträge der Bewohner hin von Google “verpixelt” wurden.
Essen gehört zu den 20 deutschen Städten, für die Street View seit dem 18.11.2010 verfügbar ist. Die Täter suchten sich offenbar ganz bewusst Häuser aus, die auf den von Google bereitgestellten Straßenansichten unkenntlich gemacht worden waren. Die Anwohner berichteten, sie hätten neben den Überresten der geworfenen Eier Zettel mit der Aufschrift “Google’s cool” an ihren Briefkästen gefunden.
Da es sich beim Eierwerfen nicht um Sachbeschädigung handelt, können die betroffenen Hauseigentümer keine entsprechende Anzeige erstatten, so die örtliche Polizei. Nicht zu Unrecht fragt man sich aber in Essen, was an einer solchen Aktion “cool” sein soll…


@81262:
So sehe ich das auch. Ich habe mein Haus ebenso verpixeln lassen. Nicht weil ich Angst vor Einbrechern habe, noch weil ich der Medienhysterie aufgesessen bin. Mit dem Thema beschäftige ich mich bereits seit 2 Jahren und habe mir eine eigene Meinung über den Dienst gebildet. Ich lehne ihn aus den Gründen ab, die sie gerade beschrieben haben. Das hat nichts mit Paranoia zu tun, noch bin ich technikfeindlich. Ganz im Gegenteil, aber ich sehe schon einen Unterschied zwischen der digitalen Öffentlichkeit, die von beispielsweise von Herrn Best propagiert wird, und der analogen Öffentlichkeit, die wahrnehme, wenn ich das Haus verlasse. Erstere steht einem viel größerem Publikum gleichzeitig zur Verfügung wie die analoge Öffentlichkeit. Diese wäre theoretisch auch für jedermann sichtbar, aber eben nur theoretisch. Daraus ergeben sich vollkommen andere Möglichkeiten. Zudem hat eine Momentaufnahme auch einen manipulierenden Charakter. Hierzu nur ein kleines Beispiel: Ich räume gerade meine Wohnung aus, weil ich sie z.B. grundlegend renovieren möchte. Das Iinventar wird auch erneuert. Also wird ersteinmal alles vor das Haus gestellt, damit es von der Müllabfuhr abgeholt werden kann. Die Momentaufnahme zeigt ein Haus vor dem sich der Müll stapelt. Unreflektiert entsteht schnell ein negativer Eindruck. Gut dieses Bild ist dann bei SV zu sehen. Einige zeit später möchte ich das Haus aber verkaufen. Dann wäre man ja schon fast gezwungen, das Haus erneut zu fotografieren und die Bilder hochzuladen. Vor SV hätte ich mir gar keine Gedanken darüber machen müssen. Das sind Detailfragen, zugegeben, aber sie zeigen das Problrem auf, dass obwohl die Bilder zurzeit durch die Panoramafreiheit gedeckt sind, entsteht durch die flächendeckende Erfassung, der monopolähnlichen Stellung von Google (die eine viel größere Verbreitung als z.B. Sigtwalk garantiert) doch eine ganz andere Qualität, die sich mit der geltenden Rechtssprechung erst gar nicht erfassen lässt. Daher kann ich auch nicht verstehen, warum SV bei der Wohnungs- oder Immobiliensuche helfen soll. Ein Haus, dass vor zwei Jahren eine Bruchbude war kann heute schon saniert sein und umgekehrt. Also bringt SV bei solchen dingen keinen Nutzen.
@jelais
Menschen haben Probleme, die will man nicht glauben können.
Zum glück, ist der rest der Welt nicht so.
Ohne Beweise wird man dir nichts glauben können.
Zeig es uns doch mal?
Welchen Nutzen Google Street View hat?
Ganz einfach, den hast du eigentlich schon selbst erklärt.
Mit Street View geht das noch einfacher.
Nie wieder müssen Menschen sich mitten auf der Straße herumirren.
@81266:
Eben nicht
Du kannst aber drei beliebige Straßen aus deiner Lieblingsstadt nehmen und mal die Häuser abfehren. Schau mal in die offenen Fenster oder in die Erdgeschosswohnungen. Schon aufschlussreich, nicht? (Ich nehme an, du weißt, dass man mit mehreren Klicks jedes Fenster bildfüllend bekommt.)
OK, das ist ein Argument. Wenn ich das nächste Mal auf der Straße herumirre, nehme ich mein Smartphone und StreetView. Komisch, bisher habe ich einfach nur die Augen aufgemacht …
Was der Sinn von Street View ist?!
Das ist doch offensichtlich. Ich kann z.B. den Weg von der S-Bahn zu meinem Ziel in Street View vorher abfahren, um sicher zu gehen, dass ich mich nicht verlaufe. Was bei reinen Kartenmaterial durchaus vorkommen kann (ist mir gerade erst letze Woche passiert).
Um mal ein weiteres Beispiel zu nennen: Die Fahrinfo der BVG gibt mir eine Verbindung an, bei der ich zwischendrin von einer in eine andere Buslinie umsteigen muss. Dafür habe ich aber nur 4min Zeit. Die Haltestellen sind nicht direkt nebeneinander, finde ich den Weg nicht schnell genug, verpasse ich den Bus. Lösung: Street View an, gucken wie man zu der Haltestelle am schnellsten kommt -> Bus nicht verpassen.
Jetzt tut mal nicht so, als könnte man da nicht selbst draufkommen. Wer in einer Stadt wohnt und oft zu bisher unbekannten Stellen fährt, hat dauernd das Problem.
Ganz genau, die Details interessieren einfach keinen. Ganz genau darum geht es eben auch nicht. Daher ist die Diskussion ums Verpixeln auch so sinnlos. Niemand wird einen Nachteil dadurch haben, dass sein Haus in Street View ist.
@Jelais:
Ohne dir gleich zuzustimmen, fand ich deinen Beitrag insgesamt recht sachlich und überlegt. Danke dafür.
@gorgos:
Oder noch einfacher: man prägt schon zu Hause die grobe Richtung ein, und merkt sich, wie die Umgebung des Ziels bzw. zB einer bestimmten Kreuzung aussieht, damit man nicht erstmal nach Straßenschildern suchen muss. Daher muss man sich auch nicht erst vor Ort mit Stadtplan, Smartphone oder was auch immer beschäftigen.
Analog jemandem eine Anfahrtsbeschreibung geben: man gibt keine Richtungshinweise, wie sie vom Navi kommen würde (“nach 55 Metern rechts in die Bahnhofstraße einbiegen, dann nach 20 Metern links halten…”) sondern eher “An der Litfaßsäule rechts rum, siehst dann kurz danach eine Sparkasse links an der Ecke, gleich davor links rein…” usw.
Nein, SV ist nicht überlebensnotwendig. Aber sehr nützlich.
Endlich mal eine Antwort auf meine Frage von gaaaaanz weit oben
Und auch eine gute! Die Navigation mit SV klappt wirklich sehr gut, davon konnte ich mich in NY schon überzeugen. Leider fehlt mir hier ein Smartphone, aber das kann man nunmal nur mir selbst vorwerfen
So, aber zurück zur Diskussion. Die Navigation mit SV klappt sehr gut, aber das auch mit verpixelten Wohn(!)häusern. Klar, wenn wirklich alle Häuser verpixelt sind, dann natürlich nicht. Aber davon ist man ja weit entfernt. Dann würde es den Dienst ja gar nicht geben. Und am öftesten braucht man so eine Navigation ja in irgendwelchen Innenstädten und dort hat man sowieso Läden im Erdgeschoss.
Wahrscheinlich würde es sogar mit komplett verpixelten Häusern gehen, man hat ja immernoch die Straße, auf der man sich normalerweise bewegt. Aber vielleicht will man ja auch in einer unbekannten Stadt aus einem Cafe schonmal schauen wo man weiter rumläuft. Da sind ein paar entpixelte Häuser schon gut
@gorgos, @DorsetDave
Vielen Dank für eure Antworten und Beispiele. Vielleicht können wir sie sachlich diskutieren, denn ich finde den Nutzen von StreetView nicht “offensichtlich”.
Das Beispiel mit dem Umsteigen von einer Haltestelle zur anderen kann ich nachvollziehen. Ich würde das Problem zwar eher mit http://www.bvg.de/index.php/de/3714/name/Standortplaene.html lösen oder mit einem Blick in Maps, aber ich kann mir vorstellen, dass eine 3D-Ansicht hier hilfreich ist. Ihr werdet mir aber zustimmen, dass hierzu eine schematische oder undetaillierte Ansicht völlig ausreichen würde. Dazu braucht man keine hochauflösenden Fotos jedes Gebäudes.
Den Weg von der S-Bahn zum Ziel vorher in Street View abzulaufen, halte ich für weniger realistisch. Ich gebe zu, das auch schon einmal gemacht zu haben, aber in einem Land, das Straßennamen und Hausnummern nur vom Hörensagen kennt. Hierzulande steht an jeder Ecke ein Straßenschild und jedes Haus hat eine Nummer. Wenn ich einen Weg suche, schaue ich mir in Map an, dass ich von der S-Bahn den rechten Ausgang nehmen muss, dann links der Müllerstraße folgen und in die dritte Straße rechts abbiegen muss. Wenn es komplizierter ist, drucke ich mir einen Plan aus oder benutze ein Navi. Den Weg vorher in Street View abzulaufen, dauert doch viel zu lange. Und wenn ich mich verlaufen habe, hilft mir Street View auch nicht weiter.
Die meisten Probleme habe ich mit der beispielhaften Anfahrtsbeschreibung. Du merkst dir also, dass du an der Ecke mit dem chinesischen Lokal rechts abbiegen musst und dann das dritte Haus hinter dem roten Bau auf der rechten Seite brauchst. Nur … das Chinalokal hat voriges Jahr Pleite gemacht. Da ist jetzt ein Grieche. Und das rote Haus ist wärmegedämmt und inzwischen weiß gestrichen. Ist da nicht “rechts in die Bahnhofstraße und dann Hausnummer 56″ viel sinnvoller?
Doch, leider! Unabhängig von den viel diskutierten, aber meiner Meinung nach wenig stichhaltigen Nachteilen zu Wiederverkaufswert oder Einbrüchen gibt es in unserem Beispiel einen, der einen ganz klaren wirtschaftlichen Nachteil hat: der oben genannte Grieche. In Street View ist er nämlich nicht existent und wer ihn in Street View sucht, sieht nicht sein schön dekoriertes Lokal, sondern den heruntergekommenen Chinesen. Daran kann er auch nichts ändern. Verpixeln würde ihn retten, aber da bleiben ja Geschäfte im Erdgeschoss trotzdem sichtbar. Armer Kerl …
Dringend brauchen tut man SV ohnehin nicht. Man kann es sicherlich auch mit einer schematischen Ansicht schaffen, aber dennoch sind hochauflösende Fotos noch etwas besser, nicht wahr?
Nein, habe ich aber auch erst etwas später rausgefunden: Man kann mit der Maus einfach da hinklicken, wo das nächste Bild angezeigt werden soll. Also sind auch mehrere Hundert Meter mit einem Klick möglich. Du musst nicht mit den Pfeilen von SV navigieren. So hat man eine Strecke für die man 10min zu Fuß braucht, in wenigen Sekunden angeschaut.
Dazu kommt es ja dann (hoffentlich) nicht mehr.
Und SV gibts auch für Smartphones.
Doch, aktuelles Foto bei Panoramio hochladen. Das wird dann auch in Google Maps angezeigt.
@gorgos, @DorseyDave:
Wenn ich eure Antworten zusammenfassen darf, sagt ihr beide: Mit dem Bild einer Kreuzung kann ich mir besser merken, in welche Richtung ich gehen muss. Ich sage: Mit einer Draufsicht, schematischen Ansicht oder einer Liste von Hinweisen kann ich es besser. Wahrscheinlich haben wir beide recht, es gibt solche und solche.
Meiner Meinung nach nicht. Weder für den Anwender, denn ein Zuviel an Informationen verhindert, dass ich schnell und einfach die richtige Information finde (nämlich die Haltestelle auf der anderen Straßenseite, und nur die interessiert mich). Noch für den Anbieter, denn durch die Deatiltreue hat sich Google je erst die Arbeit aufgehalst, z. B. Gesichter verpixeln zu müssen. Anmerkung am Rande: Ist euch aufgefallen, dass Google auch die Schrift auf Straßenschildern und Hinweisschildern teilweise verpixelt? Wie hilfreich ist das denn für eure Navigation?
Die jetzt für Deutschland freigegebenen Fotos haben eine Auflösung von ungefähr 0,2 Winkelgrad (2-3 cm auf 10m). Man kann also Klingelschilder noch erkennen, aber nicht mehr lesen. Warum verwendet Google eine so hohe Auflösung? Die einzige Antwort hierzu scheint mir zu sein: Weil sie es können, nicht weil sie es brauchen. Ein Zuviel an Informationen kommt im Google-Konzept nicht vor. Wir können es, also sammeln wir mal. Wenn in fünf Jahren das Google-Auto wieder durch eure Straße fährt, haben die neuen Fotos wahrscheinlich eine Auflösung von 0,02 Winkelgrad. Weil man das braucht? Nein, weil man es kann.
Nicht ganz korrekt. Du kannst überall hinklicken, wo das zugrundeliegende 3D-Modell eine waagerechte Fläche (Straße) vermutet. Das erkennst du an der Ellipse am Cursor. Ein Trapez ist eine Wand und sorgt für einen Zoom.
Darauf wollte ich aber nicht hinaus. Du wirst immer mehr als “ein paar Sekunden” brauchen, weil erstens dir viel zu viele Information angeboten werden (eigentlich interessiert dich doch nur die nächste Kreuzung) und weil du zweitens ein paar Mal stehen bleiben wirst um doch nachzusehen, was das Mädchen da in der Hand hat, was da rechts auf der Mülltonne liegt oder warum im dritten Stock das Fenster offen steht. Alles für deine Navigation völlig unwichtige Informationen, die dich bremsen.
Und was hilft das? Da kann ich sehen, wie die Straße ausieht, die ich nicht gefunden habe. Es sei denn, das Smartphone weiß, wo ich bin. Entweder per GPS, dann kann es mich aber auch an die richtige Stelle führen, oder per Bildanalyse eines Fotos, welches ich von der Stelle mache, an der ich gerade bin. (Stichwort Goggles). In beiden Fällen hilft StreetView nicht, wie ich sagte.
Nun ja, erstens dienen widersprüchliche Informationen eher der Verwirrung als der Problemlösung. Welches von den Bildern ist denn nun aktuell? Zweitens setzt du voraus, dass derjenige genausoviel vom Netz versteht wie du. Er muss nämlich wissen, dass in Street View ein “falsches” Bild von ihm erweckt wird. Er muss wissen, dass man Fotos hinzufügen kann. Und er muss wissen, wie das alles geht. 99,9% der Betroffenen können das nicht! Auch du und ich sind nicht in der Lage zu überblicken, was an falschen Informationen über uns im Netz kursiert, geschweige dass wir eine Chance hätten, sie zu korrigieren.
Zugegeben. Aber mit dem Auto bist du so schnell und weit unterwegs, dass du dir schon sehr viele Kreuzungen in Street View ansehen und merken musst. Oder reden wir nur von den zwei relevanten Stellen, da kannst du auch das Straßenschild lesen.
Wo aber auch das Google-Auto nicht durchgefahren ist …
Was die Dichte und Lesbarkeit von Straßenschildern angeht, habe ich andere Erfahrungen – aber das mag von Stadt zu Stadt verschieden sein.
Zusammenfassend kann man eigentlich nur das sagen, was Plagge oben schon ausgeführt hat: Für manche Leute kann Street View ein Hilfsmittel zur Navigation sein. Diesen Zweck hätte Google aber auf anderem Weg viel einfacher und ohne Diskussionen erreichen können. Für die hochauflösende Speicherung der Fotos gibt es keinen vernünftigen Grund.
@TooMuchInformation
Wie?
Einige nutzen street view einfach um Spaß zu haben, um virtuell durch fremde Städte zu reisen und dafür sind nun mal hochauflösende Fotos notwendig.
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/5/55/Streetview_before.png
(niedrige Auflösung)
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/f/f3/Streetview_after.png
(hohe Auflösung)
(Jetzt macht dein Nickname Sinn^^)
Ich weiß nicht, worauf du hinauswillst. Street View ist eine Ergänzung zum normalen Google Maps. Man schaut sich die Strecke also erst in Maps an und zoomt dann bei Bedarf näher rein bis zu Street View. Man kennt die ungefähre Richtung also schon.
Außerdem musst du bedenken, dass es sich um Bilder handelt. Ein Bild kann sich der Mensch immer besser einprägen als eine schematische Ansicht oder wörtliche Beschreibung. Und man kann sehr wohl die unwichtigen Informationen ausblenden.
Da Straßen in der Stadt auch meist grade verlaufen, kann man mit einem Schritt zur nächsten Kreuzung springen. Solange nicht ein Berg oder eine Kurve die direkte Sicht versperren, aber dann braucht man halt 2 Klicks.
Wer wirklich in Google Maps gezielt nach einem griechischem Restaurant sucht, dem sollte auffallen, dass auf dem einen Bild ja merkwürdigerweise ein chinesichen Restaurant zu sehen ist. So gut wie jeder weiß, dass Street View Bilder nicht die Aktuellsten sind. Daher wird sich ein SV Benutzer den Grund dafür selber zusammenreimen können.
Wenn wir schon mit ausgedachten Zahlen und Wahrscheinlichkeiten daherkommen, sage ich dir mal, dass die Wahrscheinlichkeit mit der ein Restaurant-Sucher wirklich nicht zu diesem Griechen geht, weil ein altes Bild davon in Street View zu sehen ist, deutlich unter 0,01% liegt.
Mit der Argumentation könnte man übrigens auch die gelben Seiten kritisieren. Denn schließlich muss man wissen, dass es sie gibt, dass man sich selber eintragen kann und wie man das macht.
Und soviel PR wie es nun für Street View gab, hat wohl über 99,9% der Bevölkerung schon davon gehört. Und gerade Restaurant / Laden / Hotel .. – Besitzer werden ganz genau schauen, wie aktuell ihr Bild ist, wie zufrieden sie damit sind und gegebenfalls ein neueres Bild einstellen.
Wer bisher noch kein Bild in Google Maps hatte,
hatte sowieso einen Nachteil. Durch Street View hat nun jeder ein Bild kostenlos und ohne Aufwand im Netz und dadurch keinen Nachteil mehr. Also ich finde, dass es gerade den Dienstleistungsanbietern sehr entgegenkommt, was Google da macht.
Ach und wie? Genau so wie es jetzt ist, nur niedriger aufgelöst? Glaube mir, es hätte dennoch die gleiche Diskussion gegeben, wie wir jetzt haben. Die paar Pixel mehr oder weniger hätten doch nicht die Bild davon abgehalten gegen Street View zu wettern.
Die Antwort, warum Google das macht, hast du dir selber schon gegeben: “Weil sie es können” und wenn ich noch ergänzen darf: Weil es keinen Grund dagegen gibt. Und weil mehr Pixel = mehr Spaß beim Benutzen. Mehr konkreten Nutzen bringt die hohe Auflösung kaum, aber es verbessert die “User Experience” deutlich.
Genauso einfach wie die Software für das Verpixeln von Gesichtern, Nummernschildern und Werbung, wahrscheinlich sogar einfacher, wäre eine Software gewesen, die aus den Fotos Strichzeichnungen der Häuser berechnet hätte. Für Navigationszwecke wäre das Ergebnis völig ausreichend gewesen, und niemand hätte sich aufgeregt.
Soweit der sachliche Teil. Aber darum geht es euch ja nicht. Ihr seid ja ehrlich und schreibt beide (gorgos und soistdas), dass es bei Street View nicht um Nutzen geht, sondern um Spaß. Das wollte ich ja nur hören.
Denn das erklärt ja auch deinen ersten Kommentar hier, gorgos. Oder den von Klaus und von vectrex. Ihr wollt das Werkzeug zum Spaß haben. Und wer etwas dagegen hat, ist ein Spaßverderber und gehört gemaßregelt. Sei es durch nachträgliches Fotografieren oder durch Eier an der Hauswand.
Sicherlich geht es unter anderem auch darum!
Einige nutzen es halt aus spaß , einige um das Nutzen.
Jeder nutzt street view anders.
Ich verstehe nicht genau, was dir nicht gefällt?
Eier an die Hauswand ist sinnlos und habe ich nie unterstützt. Denn dabei kommen die Verpixler zu Schaden. Das nachträgliche Fotografieren schadet niemanden, das ist der Unterschied.
“Gemaßregelt” ist daher auch das falsche Wort.
@TMI:
Das fand ich grad nicht so überzeugend, aber wie dem auch sei, ich glaub nicht, dass wir hier weiterkommen.
@gorgos:
Eigentlich war für mich diese Diskussion gestern abgeschlossen. Einen Satz von dir kann ich aber nicht unwidersprochen stehenlassen:
Ich habe ein großes Problem mit dem allumfassenden Wort “niemand”.
Vor ein paar Tagen hast du behauptet, “Niemand wird einen Nachteil dadurch haben, dass sein Haus in Street View ist.” Ich habe dir dann ein hypothetisches, aber nicht ganz unwahrscheinliches Beispiel dafür geliefert, dass es sehr wohl Situationen gibt, in denen Personen einen Schaden dadurch haben, dass ihr Haus in Street View ist.
Jetzt sagst du, dass niemand einen Schaden haben wird, weil sein verpixeltes Haus von jemandem nachfotografiert wird. Auch hier habe ich für dich ein hypothetisches, aber nicht ganz unwahrscheinliches Beispiel.
Es gibt Leute, die leiden an einer Krankheit namens “Persecutory Paranoia” (dt. Verfolgungswahn). Ich halte es für gut möglich, dass in einem solchen Fall der behandelnde Arzt der Famile des Patienten nahegelegt hat, das Wohnhaus des Patienten verpixeln zu lassen, um die Krankheit nicht zu verstärken, um eine Behandlung nicht zu gefährden und um den Patienten zu schützen.
Jetzt wird das Wohnhaus von jemandem nachfotografiert, sei es, weil er sich in seinem Spaß gestört fühlt, sei es, dass er der Allgemeinheit ein Informationsrecht erhalten möchte, oder sei es, weil er einem amerikanischen Großunternehmen mehr Gewinn verschaffen möchte. Am besten fotografiert er besonders detailliert und aus verschiedenen Perspektiven. Jeder Psychologe wird dir sagen, dass in diesem Fall der Patient erheblichen Schaden nehmen kann.
Bevor du also hingehst und Häuser “rettest”, überlege bitte, ob du dir wirklich anmaßen kannst, ohne Hintergrundinformationen entscheiden zu wollen, ob der Verpixeler “gute” oder “schlechte” Gründe für seine Entscheidung hatte. Willst du wirklich das Risiko eingehen, einen Schaden zu verursachen?
@TooMuchInformatio
Wäre mal nett, wenn du auf meine Frage eingehen würdest.
Warum legst du solch einen hohen Wert, ob Street View ein Nutzen hat oder nicht!?
@81330:
Naja, die Befürworter argumentieren doch immer dahingehend, dass der große Nutzen alles aufwiegen würde. Wenn nun der Nutzen bezüglich Imobilienmarkt, Navigation, Wohnungssuche usw mit zunehmendem Alter des Bildmaterials immer mehr schwindet bzw. jetzt schon zum Teil aus eben diesen Gründen eingeschränkt ist, stellt sich schon die Frage nach dem Sinn.
Und zum Thema Öffentlichkeit noch einmal folgendes:Von den Büforwortern wird propagiert dass die Öffentlichkeit unangetastet bleiben sollte. Aber dabei vergisst man, dass sich Öffentlichkeit im letzten Jahrzehnt gewandelt hat. Das Maß an Öffentlichkeit hat um ein vielfaches zugenommen, so dass sie den Rückzugsraum der sich Privatsphäre nennt immer mehr zurück drängt. Man bekommt immer öfters Werbung von firmen, bei denen man sich fragt woher sie die Adresse haben. Man muss mittlerweile schon aufpassen, ob der Nachbaer oder ein Freund nicht Bilder oder Informationen bei Facebook reinstellt, die einen persönlichen Bezug haben. So etwas gab es früher auch, allerdings in einen sehr begrenzten Rahmen. Da wurde einem Bekannten ein paar Fotos gezeigt, auf denen man selbst zu sehen ist. Heute geschieht es immer öfters, dass das ganze viel größere Kreise zieht, die kaum mehr zu kontrollieren sind.
Ähnlich verhält es sich mit SV. Sicher das was auf der Straße zu sehen ist, kann jeder sehen, der mit dem Auto vorbeifährt oder an dem Haus vorbei geht. Das zeigt aber auch einen gravierenden Unterschied. Man musste persönlich vorbei kommen. Die größe des Publikums war also begrenzt. Letzendlich beschränkte sich das Maß an Öffentlichkeit auf das direkte Umfeld. Nicht jeder hatte die zeitlichen und finanziellen Resourcen etwas über das persönliche Umfeld anderer Menschen in Erfahrung zu bringen. Die Strukturen, die sich durch das Web 2.0 und durch Dienste wie SV ergeben, bieten da schon andere Möglichkeiten. Es ist jetzt durchaus Möglich auch Informationen über sein Umfeld und somit auch über andere Menschen
einem unüberschaubaren Publikum zur Verfügung zu stellen.
Darüber hinaus ist es ein Unterschied dazu, persönlich durch eine Straße zu gehen oder mir das ganze bei SV anzuschauen. Gehe ich durch die Straße nehme ich nur einen flüchtigen Augenblick wahr. SV fängt diesen Augenblick auf, hält in bildlich fest und vermittelt vielen den Eindruck es handelt sich um die Realität. Dadurch dass auch Augenblicke erfasst werden, die durchaus unvorteilhaft aber nur eine Momentaufnahme sind, wird die eigentliche Realität gar nicht erfasst. Es wird aber der Eindruck vermittelt, das z.B. die Bewohner von Musterstraße 4 in Musterstadt so leben wie auf dem Bild. Und das ist für viele einfach unangenehm und befremdlich. Und vergleicht das bitte nicht mit einem Schnappschuss eines Touristen. Allein der Verbreitungsgrad ist ein ganz anderer.
Daher ist es meiner Meinung nach schon notwendig den Begriff Öffentlichkeit neu zu diskutieren. Denn die Bedeutung ist heute eine andere als vor einigen Jahren, da sich das Maß an Öffentlichkeit verändert hat und immer mehr Einfluss auf die Privatssphäre hat.
Bisher gibt es keine neue gesetzliche Regelung, da man sich auf die Selbstverpflichtung der Anbieter verlässt, entsprechende Alternativen anzubieten. Nur da diese Alternativen durch diverse Aktionen ins Leere laufen, dürfte sich wahrscheinlich doch irgendwann der Gesetzgeber damit beschäftigen. Daher kann die Aktion von Jens Best und auch die der Eierwerfer ziemlich kontraproduktiv sein.
@TooMuchInformation
Du würdest sicherlich auch Klingeln an Fahrrädern verbieten. Leicht empfindliche Menschen könnten sich durch sie zu Tode erschrecken. Wenn ich also das nächste Mal auf dem Fahrrad klingel, überlege ich mir vorher, ob ich mir das wirklich anmaßen kann ohne Hintergrundinformationen.
@jelais Was wir heute unter Öffentlichkeit und Privatsphäre verstehen, wird sich in den nächsten 10-20 Jahren ohnehin komplett ändern. Dann wird es unvorstellbar sein, dass wir damals darüber diskutiert haben, ob man eine Häuserfassade online stellen darf oder nicht.
Wenn es ums Internet geht, dann sind wir so dermaßen hinter, wir sind beim Staffellauf die Atlethen, die nach dem Startschuss erstmal stehen bleiben und darüber Diskutieren, ob denn überhaupt der Startschuss das geeigente Mittel sei und ob das nicht zu gewaltvoll ist, andere könnten das ja immerhin missverstehen.
Zum Glück richtet sich der Fortschritt nicht nach denjenigen, die sich kein Nutzen daraus vorstellen können – sonst hätte sich weder der Ackerbau noch das Rad jemals durchgesetzt.
@DorsetDave:
Zum Fortschritt, den sich unsere Gesellschaft im Laufe der letzten paar tausend Jahre erarbeitet hat, gehören neben Ackerbau und Rad auch verbindliche Regeln für ein friedliches Zusammenleben. In unserer heutigen Gesellschaft sind derartige Regeln sowohl über soziale Konventionen wie das Achten der Interessen und Bedürfnisse anderer (Toleranz), als auch durch niedergeschriebene Gesetze festgelegt.
Wenn wir heute bereit sind, diese Regeln einzuschränken oder ganz zu opfern, ist es zweifelhaft, ob wir dann von Fortschritt oder nicht lieber von Rückschritt sprechen sollten. Es ist unbestritten, dass viele Internetdienste (GSV ist nur ein Beispiel) bewusst oder aus Ignoranz viele Gesetze und Regeln brechen, auf denen unser heutiges Gesellschaftssystem beruht. Insofern (@soistdas) ist es nur allzu berechtigt, den Nutzen und die Kosten solcher Veränderungen zu hinterfragen. Den Ackerbau oder das Rad würdet ihr euch ja auch nur abnehmen lassen, wenn die Alternative mehr Vorteile (Nutzen) hat als Nachteile (Kosten) verursacht.
@gorgos:
Du hast sicherlich Recht mit deiner Annahme, dass sich unser Bild von Öffentlichkeit und Privatsphäre im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder verändert hat. Mal pro Öffentlichkeit, mal pro Privatsphäre. Ich bin mir aber nicht sicher, ob deine Theorie zutrifft, dass in 10-20 Jahren alles öffentlich sein wird. Ich glaube, dass Google gerade dabei ist, den Bogen zu überspannen. GSV sorgt für einen kleinen Aufschrei. Wie glaubst du wird die Gesellschaft reagieren, wenn die nächste Anwendung von Google ans Netz geht:
Durch Kombination von StreetView und Goggles kannst Du ein beliebiges Wohnhaus fotografieren. Dein Smartphone sagt dir dann, wem das Haus gehört und wer drin wohnt. Zu jedem Bewohner bekommst du wie bei Yasni o.Ä. alle Details, also mit wem er kommuniziert, wo er seinen Urlaub verbringt, was für Hobbies er hat, vielleicht noch welche Medikamente er nimmt u.v.m. Und das ist keine Spinnerei. Google ist fleißig dabei, diese Daten und Funktionen zusammenzustellen.
Mich macht so etwas nachdenklich. Aber, wie ich aus euren Antworten schließen kann, ich bin ja auch schon etwas älter als ihr
Und, gorgos: Was das Klingeln angeht, so schaue ich mir schon an, wenn ich da anklingele. Ein Inline-Skater kann Platz machen. Bei einer Oma oder einem Kind fahre ich lieber langsam vorbei. Ich habe also Hintergrundwissen, anhand dessen ich entscheiden kann.
Da kann man sich auch nicht 100% sicher sein. Aber egal.
Eine Generationsfrage ist es denke ich wirklich. Wer noch ohne Internet aufgewachsen ist, sieht eher ängstlich in die Zukunft. FÜr die jüngere Generation ist es selbstverständlich. Man braucht auch nicht unnötig Angst davor haben. Google wird schon nicht die Welt übernehmen. Wenn dann wird es Apple sein.
Ich erinnere mich gerade an eine Chaosradio Folge: http://chaosradio.ccc.de/cr154.html
In der geht es um Google und es wurde nach Zuhörern gesucht, die schon mal negative Erfahrungen mit Google und Datenschutz gemacht haben. Es wurde keiner gefunden.
Ich würde es nicht ängstlich nennen, sondern kritisch. Ich gebe zu, dass ich ohne Internet aufgewachsen bin. Allerdings stammt meine erste E-Mail-Adresse aus dem Jahr 1991 oder 1992, und auch davor habe ich mich schon fachlich mit dieser Thematik befasst. Ich glaube deshalb, dass ich sachlich mit diesem Thema umgehen kann.
Google nicht, Apple auch nicht. Das sind Aktiengesellschaften. Sie werden Fehler machen, Geld verlieren, aufgekauft werden und vom Markt verschwinden.
Angst (wenn du es so ausdrücken willst) habe ich nicht vor Google, sondern vor einem technisch nicht mehr beherrschbaren Datenwust, bei dem richtige und falsche, öffentliche und private, veraltete und aktuelle Informationen nicht mehr voneinander zu trennen sind. (siehe Nickname
)
Du wirst es merken, wenn du in ein paar Jahren einen Kredit haben möchtest, eine Versicherung abschließen willst oder dich auf eine Stelle bewirbst.
@81370:
das ist sehr gut geschrieben, du solltest blogger werden xD
Danke… das wäre aber ein sehr sporadisches Blog
Jetzt haben wir Angst. Unsere Haushälfte ist verpixelt weil der Eigentümer der anderen Haushälfte den Antrag gestellt hat. Dies natürlich ohne Absprache mit uns. Warum er das getan hat entzieht sich unserem Verständnis, da sich seine Haushälfte eh hinter einer meterhohen Hecke verbirgt. Wie auch immer. Wir sind dadurch weit und breit die einzigen verpixelten und dadurch erst interessant geworden. Jetzt kann man uns schöne Gründe unterstellen, wie folgendes Zitat aus N-TV:1) Hier wohnen Technikfeinde, denen auch Dampflokomotiven suspekt sind 2) Verfolgungswahn 3) Das Haus ist ungepflegt 4) Die Fassade ist voller Satellitenschüsseln 5) In den Gewerbeeinheiten sind dubiose Etablissements 6) Hier ist für Diebe richtig was zu holen.
Und gerade der letzte Grund macht uns Kummer. Wer gibt diesen nicht an Konsequenzen denkenden Pseudo-Datenschützern das Recht, Google zu nötigen, das original Datenmaterial zu zerstören, so dass ein Rückgängig unmöglich ist. Jetzt ist dieser “Zeigefinger” für ewig auf uns gerichtet? Wir können es nicht fassen. Wir müssen an den Verstand aller zweifeln, die daran mitgewirkt haben. Dies kann nicht rechtsstaatlich sein. Armes Deutschland. Unsere Stimmen haben die entsprechenden Parteien bei der nächsten Wahl bereits verloren!
Also ich habe Doppelhaushälften gesehen, wo nur die eine Hälfte verpixelt wurde, nicht das komplette Haus.