Telekom will Geld von Google

Erneut macht Telekom-CEO René Obermann klar: Google, Apple und die Anderen müssen für Traffic bezahlen. Dass dies allerdings dazu führt, dass die Netzneutralität verloren geht, wird in keinem Punkt erwähnt. Die Telekom sei bereits in Gesprächen mit Google.
Erneut nimmt sich die Telekom die Traffic-Schleudern zur Brust und macht dieses Mal war, was schon März angekündigt wurde: Die Telekom möchte Google und andere Dienste dafür blechen lassen, dass sie Musik und Videos ins Netz fegen. Denn wer Videos und Musik in hoher Übertragungsqualität anbietet, müsse “auch differenziert bepreist werden”, so Obermann gegenüber dem ‘Manager Magazin’, denn ein “gut gemachtes Netzangebot ist am Ende auch kostenpflichtig”.
Damit drängt natürlich auch die Forderung nach einem lang ersehnten Telekom-Paket, welches regulieren soll, wie eine Internetseite mit welcher Geschwindigkeit beliefert wird. Würde also – angenommen – Google nicht für YouTube-Videos bezahlen, so würde die Telekom YouTube.com auf ein langsameren Port aufschalten, sodass Videos schauen zur Qual wird. Andersrum werden Dienste, die dann bezahlen, auch mit mehr Geschwindigkeit beliefert. Dadurch besteht die Gefahr, dass wir unsere Netzneutralität komplett verlieren. Derjenige, der sich einen solchen Webauftritt nicht mehr leisten kann oder will, der steht im Netz auf einmal hinten an.
Natürlich begründet die Telekom dieses Vorhaben nicht damit, dass die Netzneutralität gefährdet werden soll, sondern dass für eine Leistung auch entsprechendes Geld gezahlt werden soll. Allerdings vergessen sie dabei auch, was Google getan hat, um die Infrastruktur zu stärken. Nicht nur in amerikanische Netze hat der Konzern investiert, sondern auch hierzulande, um eine ideale Anbindung bei jedem Provider zu erhalten.
Nun möchte natürlich die Telekom dafür sorgen, dass sie genügend Geld in die Kasse bekommen, um ihre geplanten Expansion-Pläne in die Tat umzusetzen. Das Unternehmen möchte weitere Länder erschließen und dort in den Internet- und Mobilfunk-Markt vordringen.
Update 18:00 Uhr:
Die Deutsche Telekom hat nun ein kurzes Info-Video auf (wohlgemerkt) YouTube gestellt, indem sie nochmals die Sache klar stellen möchte: Es geht nicht um Zensur und das Netz an sich “werde nicht angefasst”, heißt es, allerdings möchte man von den Diensten “Geld verlangen können” für erhöhten Traffic. Angeblich würde eine “höhere Qualität” nachgefragt werden (jedoch konnten wir dazu keine Quelle finden). Auf die Nachfrage, warum das sowohl auf den Kunden, als auch auf die Dienste, wie Google, abgelassen wird, rechtfertigt der Sprecher mit erhöhten Kosten.
Tags: netzneutralität, telekom, traffic


Blöde Frage, aber wozu bezahle ich denn schon für den DSL-Anschluss? Dachte damit ist der Traffic bereits bezahlt?
Wenn die Telekom die Bandbreite bei div. Internetseiten runterdreht wchsel ich zu einem anderen Anbieter.. Das ist ja mal dreist …..
Mhm,
ich möchte auch, dass die Telekom demnächst Geld an mich zahlt, wenn ich meine Support-Hotline über das Telekom-Netz, statt des Mitbewerbers, anbiete.
Immerhin verschaffe ich denen ja Kunden…
*ironiemodus_aus*
Könnte bitte mal jemand dem Herrn erklären, was Logik ist? Und das Unternehmen wie Google & Co. bereits Unsummen für ihren Trafficverbrauch ausgeben?
Wie kommen eigentlich alle darauf, dass Google für den Traffic nichts zahlen muss?
Wenn ich so bedenke, selbst wenn man einen darauf ausgerichteten Anbieter nimmt, um Geld zu sparen, sobald man einen eigenen Server an eine 100mb Leitung fürs Internet anschließen will, muss man mit kosten von 100?/monat rechnen.
Und bei der Infrastruktur von Google, die werden da sicherlich für die Anbindung ihre paar mio im Jahr ausgeben.
So gesehen wird die Geschwindigkeit ja schon gedrosselt, da jede Internetflat ja ne max. Bandbreite hat. Und dann nochmals einzelne Websites drosseln wäre echt dreist.
Zuerst VDSL anbieten und dann wundern, dass einige auch wirklich die Geschwindigkeit nutzen.
Die wollen einfach nur doppelt abkassieren… und das ist einfach nur dreist…
Das sind halt die Ideen von diesen Managern um ihren eigenen Bonus sicher zu stellen.
@78454:
wenn es nach der telekom geht, gibt es nun ein einfaches programm:
- du zahlst weiterhin deine internetflat / bzw internetvolumen
- zusätzlich (auf der anderen seite) zahlen google, microsoft, apple usw für den service, dass die telekom die sachen für sie ins netz stellt.
so schröpft die telekom beide seiten ab. wirtschaftlich gesehen sehr genial, aber ob es sich so umsetzen kann?!
Die sind doch nicht mehr ganz klar im Kopf … möchte wissen wer sich für diese Idee wiedermal nen Porsche kaufen darf ^^
Wenn Google ein Arsch in der Hose hat lassen die sich das einfach nicht gefallen Telecom schaltet auf anderen Port MS Apple und Google schalten ihre Dienste im Telekom Netz ab … würde keinen Monat dauern bis die Netze an andere Firmen verteilt werden müssen!
Leute schreibt ne Email an die Pinken Deppen … hab ich auch gemacht. Die müssen mitbekommen was sie für ne scheiße verzapfen!
Die wollen mehr Kohle… dann sollen erst mal für bezahlte Leistungen aufkommen… ich bezahle DSL 6k bekomme aber max 2k!
Müssen Porsche fahrer auch mehr KFZ Steuern zahlen weil sie schneller fahren können?
Sind Autobahnen wo man 200 Fahren kann anders zu bepreisen?
Wer ist hier eigentlich für wen da?
Bürger für die Telekom oder Telekom für die Bürger?
Das frag ich mich in letzter Zeit oft. Wird echt zeit für ein
Open Net oder wir nehmen mal die Netzbetreiber an die Kandarre und sagen denen was wir wollen.
Mit SMS Preisen haben wir eh schon alles x mal finanziert bei denen für die nächsten 20 Jahre … oder?
Kurz mal den gedanken weitergedacht: Wenn ich für mein DSL 32000 mehr bezahlen muss wie für meine DSL 2000 geht das noch in Ordnung.
Wenn z.B. Youtube u.a. nicht bezahlen bringt mir mein 32000 nichts mehr —> die Masse steigt um auf 2000er —> Umsatzrückgang Telekom —> Preisaufschlag 2000er/Preisaufschlag für die Anbieter —> weniger Anbieter, weniger Kunden die die Telekom hat.
so wie ich das sehe schadet sich die telekom damit sebst.
Naja, also ich denke, da es sich um die sog. Traffic-Schleudern handelt, ist es schon irgendwo verständlich, dass die “vollen” Leitungen der Telekom finanziell entschädigt werden wollen.
Man könnte eine Gebühr erschaffen für Anbieter, die über einem gewissen Limit stehen… aber das wird schwer zu realisieren sein.
O.K. – war nur so ins Blaue hinein… ist aber vielleicht ein kleiner Lösungsansatz…
http://de.wikipedia.org/wiki/Telekom-Paket
Wohl eher zur:
“Europäische Internetnutzer könnten durch verpflichtende Spyware von der illegalen Nutzung des Internets abgehalten werden.”
Zudem: Warum entwickelt Google nicht ein eigenes Leitungsnetz. So würde die Telekom die Einbüßen sehr spüren.
@78485:
So wie ich das mal gelesen habe (ich glaube auch hier) ist google schon dabei ein eigenes netz aufzubauen. Aber im Moment noch nur in den USA
Telefonica, At&t, Verizon, France Telecom, British Telecom, ComCast… alle wollen das. Und weshalb? Weil sie langsam echt in Bedrängnis kommen. Die Preise verfallen, aber die Anforderungen an die Backbones steigen. Google & Co. stehlen sich dabei aus der Verantwortung und mit den kalkulatorischen 1,92 Euro je DSL-Anschluss für “Traffic” ist auch kein Blumentopf gewonnen.
Irgendwoher muss in Zukunft das Geld für leistungsfähige Netze kommen. Nur niemand will bezahlen. Dumm, was?
@Nano
… weil ein eigenes flächendeckendes Leitungsnetz hunderttausend Milliarden kosten würde. Der Preis ist dabei noch ganz gering angesetzt. Damals lagen die Kosten um bei 50-60.000 Euro pro Kilometer. Und KM Messung = nicht Kilometer von Haustür zu Haustür, sondern “geringfügig” weniger
Dazu bräuchte man in Deutschland schon 100 Google Unternehmen die soviel Geld investieren… und dann noch die Frage… WOZU, wenn es ausreichend Leitungen gibt?
Noch ein Grund mehr (hab schon Tausende) von der Telekom wegzugehen. Am besten noch eine Flat für 50? anbieten wo man max. 100MB kostenlosen Traffic hat X(
@78455: Bitte tue es! Keiner will mehr die Teuren Flats der telekom! Ich auch nicht!
Da wird dann wohl jemand ins Tal der Tränen fallen, wenn er irgendwann merkt, dass es seine Gründe hat, dass manche Anbieter ihre Anschlüsse grad für 20 Euro für ne Doppelflat verramschen und sich dieser Preis bereits heute in ihren Netzen und der Zuverlässigkeit rächt.
Aber mei, wer braucht schon zuverlässige, stabile Leistung, wenn er auch Roulette spielen kann.
Frage:
Kauft ihr eure Klamotten auch alle bei KiK, den Fernseher am türkischen Basar oder eure Lebensmittel im “alles 99cent”-Ramsch?
Nein? Weshalb muss dann gerade bei einer solchen mittlerweile doch sehr wichtigen Dienstleistung auf Teufel komm raus beim letzten Cent gespart werden?
Nur mal so gefragt. Bin gespannt, ob es eine vernünftige Antwort gibt.
Gemessen an den Kundenzahlen ist die Telekom zum Weglaufen gut. Aber nicht nur die Kunden laufen weg sondern auch die Gewinne. So stöhnt die Telekom, dass sie zu wenig Geld verdienen. Und die Telekom findet es ungerecht das andere mehr Geld verdienen z.B Google oder Apple. Genau ist doch eine pralle Idee. Google hat Youtube und Youtube liefert eimerweise Videos aus und diese Videos scheinen die Leitungen der Telekom viel schlimmer auszulasten als die herumschwirrenden E-Mails und PDF Dokumente.
Und deswegen soll youtube nun zahlen. Der Kunde hat doch für den Traffic schon bezahlt.
Jetzt vom Datenlieferanten auch noch Geld zu verlangen ist er so als würde der Hersteller ihres Wagens , beispielsweise VW , nachdem sie am Samstag ins Kino gegangen sind,
beim Kinobetreiber vorstellig wird, um von ihnen auch noch Geld haben will. Immerhin ist es VW zu Verdanken das sie ins Kino konnten.
Der Vergleich ist ungefähr so sinnig, wie argentinisches Rinderfilet mit spanischen Tomaten in Wettbewerb zu stellen.
Aber um dein Thema Verkehr mal aufzugreifen:
Im Straßennetz verlangt auch niemand 12spurige Fahrbahnen um Stoßzeiten abzufangen, sondern intelligente Verkehrsführung, Priorisierung von einzelnen Verkehrsströmen (bsp. bei Großveranstaltungen), Leitsysteme. Und gegen die LKW-Maut hat sich auch niemand (außer den Speditionen, in diesem Fall Google) gesträubt.
Dass hier wieder vor allem auf die Telekom eingeschlagen wird, obwohl sie nur einer von vielen ist, ist auch wieder typisch. Telefonica, ComCast, FT und wie sie alle heißen, melden sich shcon viel länger und viel lauter diesbezüglich zu Wort.
Und weshalb? Weil die Infrastruktur die man heutzutage benötigt, von den paar Almosen die es aktuell für die Dienstleistung gibt, kaum mehr bezahlt werden kann. Außer mit entsprechender staatlicher Hilfe, wie sie im Norden Europas oder in Asien vollkommen normal ist.
Hier soll es der Markt regeln, aber die Regeln des Marktes sollen außer Kraft gesetzt werden. Ziemlich schizophren.
Hätte übrigens noch gern eine Antwort auf meine Fragen weiter oben